Die Erholung des chinesischen Stahlmarktes setzt sich fort

Die Erholung des chinesischen Stahlmarktes setzt sich inmitten globaler Kämpfe fort

Die Coronavirus-Pandemie hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 die Stahlmärkte und Volkswirtschaften auf der ganzen Welt verwüstet. Chinas Wirtschaft war die erste, die unter den Auswirkungen von Covid-19-assoziierten Sperrungen litt. Die Industrieproduktion des Landes brach im Februar dieses Jahres ein. Seit April ist jedoch eine rasche Erholung zu verzeichnen.

Die Schließung von Produktionsstätten in China führte dazu, dass auf allen Kontinenten in vielen stahlverbrauchenden Sektoren Probleme mit der Lieferkette zu spüren waren. Nicht mehr als in der Automobilindustrie, die bereits Schwierigkeiten hatte, mit neuen Testprotokollen und der Umstellung auf umweltfreundlichere, energieeffizientere Fahrzeuge fertig zu werden.

Die Produktion der globalen Automobilhersteller bleibt trotz der Lockerung der von der Regierung auferlegten Beschränkungen in vielen Ländern erheblich unter dem Niveau vor der Pandemie. Die Nachfrage aus diesem Segment ist für viele Stahlproduzenten von entscheidender Bedeutung.

Die Wiederbelebung des Stahlmarktes in China nimmt trotz des Beginns der Regenzeit weiter Fahrt auf. Das Tempo der Erholung könnte chinesischen Unternehmen einen Vorsprung verschaffen, wenn die globalen Verbraucher nach Monaten des Aufenthalts zu Hause wieder auf den Markt zurückkehren. Die wachsende Inlandsnachfrage in China dürfte jedoch einen Großteil der gestiegenen Produktion absorbieren.

Eisenerz bricht US $ 100 / t

Der Anstieg der chinesischen Stahlproduktion trug kürzlich dazu bei, dass die Kosten für Eisenerz über 100 USD pro Tonne lagen. Dies übt einen negativen Druck auf die Gewinnmargen der Mühlen außerhalb Chinas aus, wo die Nachfrage gedämpft bleibt und die Stahlpreise schwach sind. Dennoch könnten steigende Inputausgaben den Produzenten den Anstoß geben, in den kommenden Monaten dringend benötigte Stahlpreiserhöhungen durchzusetzen.

Die Erholung auf dem chinesischen Markt könnte den Weg aus dem durch Coronaviren verursachten Abschwung im globalen Stahlsektor aufzeigen. Der Rest der Welt steht hinter der Kurve. Obwohl die Wiederbelebung in anderen Ländern viel langsamer zu sein scheint, gibt es positive Anzeichen für den Aufschwung in China.

Die Stahlpreise dürften in der zweiten Jahreshälfte 2020 volatil bleiben, da der Weg zur Erholung voraussichtlich uneben sein wird. Die Situation auf dem Weltmarkt kann sich verschlechtern, bevor sie sich bessert. Nach der Finanzkrise 2008/09 dauerte es viele Jahre, bis der Stahlsektor den größten Teil des verlorenen Bodens wiedererlangt hatte.


Beitragszeit: 21.10.2020